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Ortsbeiratsfraktion
ab 2009
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Heinrich Webler
Fraktionssprecher
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 Hans Riffel
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 Oliver Grimm
Stv. Fraktionssprecher
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 Maria Huch |
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Regina Buchholz |
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Ein Könner für Laubenheim: Unser Fraktionssprecher Dipl.-Ing. Heiner Webler
Auf ihn ist Verlass!
-Auf der Höhe des neuen Klinkersilos der HeidelbergCement in Mainz-Weisenau am
15. 08. 08-
Interview von der Redaktion
mz-laubenheim.de mit unserem Fraktionssprecher Heinrich Webler
- Januar 2011 -
Hochwasser ist
vorbei: Experte Heinrich Webler im Interview
mz-laubenheim.de: Herr Webler: Das Hochwasser der
letzten Wochen: Ist das nun endgültig für 2011 vorbei?
Webler: Hochwasser können jederzeit auftreten, so auch
im weiteren Jahr 2011 noch. Wenn beispielsweise wieder genügend Schnee in den
Alpen und in den Mittelgebirgen liegt und die Tauperiode mit ausgedehnten
Regenereignissen zusammenfällt, dann kann es zur nächsten Flut kommen. Auch
Sommerhochwasser sind am Rhein möglich, sind jedoch in der Regel nicht ganz so
mächtig wie Winterhochwasser. Und was der Winter 2011/12 bringt wissen wir noch
nicht.
mz-laubenheim.de: Welche Erfahrungen wurden dieses Mal
gesammelt?
Webler: Bei diesem Hochwasser handelte es sich um eine
„zweigipfelige Welle“, deren erster Gipfel (um den 10. Januar) vom Oberrhein
herkam und in Mainz nicht zu übermäßigen Auswirkungen geführt hat. Der zweite
Gipfel (16. Januar) wurde von Hochwassern aus dem Neckar und dem Main
verursacht: Die Überflutungen waren höher – z.B. der Campingplatz Laubenheim
hatte Land unter – und führten aufgrund der langen Hochwasserdauer auch zu einem
deutlich höheren Grundwasserspiegel im Riedgebiet.
Der Polder Ingelheim wurde geflutet, um das Mittelrheintal zu entlasten, während
der Polder Laubenheim (Foto: Einlaufbauwerk auf der Rheinseite am 16.01.2011,
Blick Richtung Bodenheim) noch nicht zum Einsatz kam.
mz-laubenheim.de: Wie ist es generell mit unserem
Hochwasserschutz am Rhein bestellt?
Webler: Zurzeit haben wir Deiche, die einem 100- bis
120-jährlichen Hochwasser widerstehen können. Nach Fertigstellung aller 30
Polder am Oberrhein erhöht sich dieser Schutz bis zum 200-jährlichen Ereignis,
einem Hochwasser also, das aus heutiger Sicht (statistisch gesehen) nur alle 200
Jahre erreicht werden kann. Es gibt jedoch auch noch höhere Ereignisse (siehe
Oder und Elbe in den letzten Jahren oder Laubenheim 1882/83), die zusätzlich
durch den Klimawandel verstärkt werden könnten.
mz-laubenheim.de: Wie wird solchen Extremhochwassern
begegnet?
Webler: Das Land Rheinland-Pfalz plant zwei
Reserveräume für Extremhochwasser, die erst bei Überschreiten des HQ200 (also
bevor die Deiche brechen) geflutet werden und den Abfluss dämpfen. Darüber
hinaus werden flächendeckende Hochwasserrisikomanagementpläne erstellt, die die
Beratung der Bürger zum Ziel haben:
Dem Hochwasser mehr Aufmerksamkeit schenken, der Hochwassergefahr auch hinter
dem Deich bewusst werden, Vorsorgemaßnehmen wie z.B. Hochwasser angepasstes
Bauen oder Risikovorsorge (Versicherung), Senken des Schadenspotenzials in der
Bebauung auch hinter dem Deich, Informationsvorsorge und Handlungsanleitungen
für den Hochwasserfall und die Nachsorge.
mz-laubenheim.de: Gibt es für die Region Mainz auch
Hochwasser, die unerwartet eintreffen könnten?
Webler: An dieser Stelle möchte ich die sogenannten
Blitzfluten erwähnen, die wir in Laubenheim leider nur zu gut kennen: Kurze und
zerstörerische Überflutungen nach kleinräumigen Extremniederschlägen –
Wassermassen, die von der Laubenheimer Höhe den Weg talwärts nehmen und in die
Ortschaft fließen. Die Stadt Mainz hat umfangreiche Gegenmaßnahmen getroffen:
Anlage der Rückhaltebecken am Erich-Koch-Höhenweg, die Leitgräben, das
Schöpfwerk (die „Wassermaschine“) im Dammweg – um nur einige davon zu nennen.
Diese Anlagen können jedoch nur bis zu bestimmten Grenzen funktionieren; es gibt
immer (Extrem-)Ereignisse, die noch stärker sind und für die die Anlagen nicht
dimensioniert werden können.
mz-laubenheim.de:
Herr Webler, herzlichen Dank für das
Interview.
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